20. Februar 2017

Badisches Stuckateurhandwerk meldet zum Jahresbeginn 2017 zufriedenstellende Auftragssituation

Fachverband Ausbau und Fassade Baden fordert: Keine Auftragsvergabe an unseriöse Billiganbieter!


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Zum Jahresbeginn 2017 verzeichnet das badische Stuckateurhandwerk eine insgesamt befriedigende Auftragslage. Der im vergangenen Jahr aufwärtsgerichtete Trend bei der Entwicklung der Baugenehmigungen im Wohnungsbau sorgt für eine ausreichende Nachfrage. Darüber hinaus stellt das Bauen im Bestand ein wichtiges Marktsegment für die Unternehmen dar. Wie eine Erhebung des Fachverbandes Ausbau und Fassade Baden unter seinen Mitgliedsbetrieben im Januar 2017 ergab, meldet die Mehrzahl der Unternehmen eine zufriedenstellende Auftragsentwicklung. Am günstigsten wird dabei die Lage im Öffentlichen Hochbau bewertet; hier bezeichnen 17 Prozent der Firmen ihre Auftragsbestände als verhältnismäßig groß, 66 Prozent als ausreichend. Relativ gut stellt sich auch die Situation in der Sparte Ein- und Zweifamilienhausbau dar, in der 83 Prozent der Unternehmen ihre Auftragsbestände als ausreichend beurteilen. Spürbar schwächer tendiert der Mehrfamilienhausbau - hier melden 57 Prozent der Stuckateurbetriebe ausreichende Auftragsbestände. Das Schlusslicht bildet der Wirtschaftsbau, in dem der Viertel der Unternehmen über eine schlechte Auftragslage klagen.

Sehr positiv bewertet wird von den Verbandsmitgliedern nach wie vor die Konjunktur im Bereich Altbausanierung/Modernisierung. Hier sprechen 14 Prozent der Unternehmen von verhältnismäßig großen und 79 Prozent von ausreichenden Auftragsbeständen. Die energetische Aufrüstung von Gebäuden stellt angesichts des Klimawandels sowie steigender gesetzlicher Anforderungen für den Energieverbrauch von Gebäuden ein bedeutendes Tätigkeitsfeld für die Firmen dar.

Vor dem Hintergrund eines weiter hohen Baubedarfs besteht im badischen Stuckateurgewerbe eine große Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. 64 Prozent der Betriebe klagen über einen Arbeitskräftemangel bei Facharbeitern. Um einen ausreichenden Fachkräftenachwuchs zu sichern, setzen die Bau- und Ausbauverbände ihre umfangreichen Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung fort.

Große Sorge bereitet den einheimischen Stuckateurunternehmen die Konkurrenz durch Billiganbieter, die ihnen Marktanteile streitig machen. So kommt es bei öffentlichen Bauvergaben immer wieder zu Auftragserteilungen an Billigfirmen, welche einheimische Betriebe durch extrem niedrige Preisangebote unterbieten, nach der Auftragserteilung jedoch die vereinbarten Bauleistungen nicht oder nicht in der erforderlichen Qualität erbringen können. Um unangenehme Überraschungen durch Baumängel, Bauzeitverzögerungen oder Kostensteigerungen zu verhindern, appelliert der Fachverband Ausbau und Fassade Baden an die Auftraggeber, sich bei der Auftragsvergabe nicht allein am Preis, sondern auch an der Leistungsstärke und Seriosität der anbietenden Firmen zu orientieren. Angebotspreise, die deutlich unter denen der Mitbewerber liegen, entpuppen sich später häufig als unrealistisch oder sind auf der Grundlage illegaler Beschäftigungspraktiken kalkuliert. Die vermeintlich kostengünstige Lösung für die Realisierung eines öffentlichen Bauvorhabens erweist sich daher für die Auftraggeber im Nachhinein oft als teuer und mit vielen Nachteilen verbunden.